Social Media | Wo hast du uns bloß hingebracht?

Social Media | Wo hast du uns bloß hingebracht?

Ich sitze alleine auf der Couch und habe einen schlechten Moment. Eine von der Sorte „warum das alles“?
Ich weiß nicht, was ich machen soll, also öffne ich Facebook und slide mich danach von einem Bild zum nächsten auf Instagram. Das passiert quasi aus Reflex.

2011 hatte ich meinen Blog gegründet. Ich hatte kein Geld, um Mode zu studieren und irgendwie lief nicht alles richtig. Ich laß damals in irgendeinem Magazin über Modeblogs – damals waren sie noch nicht so verbreitet und etabliert wie jetzt. Ich dachte mir, warum sollte ich es nicht auch versuchen können. Manchmal muss man es einfach wagen. Mein Start ging sehr langsam voran. Meine Bilder waren nicht sehr toll und generell musste ich mich erst mal an alles rantasten. Aber ich wollte es unbedingt. Ich sah es als eine Chance, in der Modebranche Fuß zu fassen. Heute habe ich Einkommen mit meinem Blog und arbeite ebenso bei FashionUnited. Ich besuche Events, networke fleißig und versuche mit den anderen mitzuhalten. Wie es jeder muss, der Karriere machen möchte.

Ich liebe es, an meinem Blog zu arbeiten. Versteht mich also nicht falsch. 80 % der Zeit bin ich voll motiviert. Aber manchmal fühle ich nur noch Druck. Druck, den ich mir selber mache. Ich bin also bei Facebook und sehe dieses hübsche Outfit von einer Bloggerin und dann die nächste erfolgreiche Bloggerin mit einem bemerkenswerten Foto. Ich bin bei Instagram und sehe all diese tollen Accounts und plötzlich fühle ich mich verloren. Ich bin eine von Tausende, die versucht, ihren Blog aufrechtzuerhalten und mit ihren Social Media Accounts auf Interesse und gutes Feedback zu stoßen. Das ist schwierig und manchmal – so wie jetzt – frage ich mich, wofür? Warum dieser ganze Terz? Warum beschäftigen wir uns manchmal mehr mit Social Media als mit der realen Welt, mehr als mit der Person gegenüber?

Ich habe keine Antwort dazu. Ich weiß nur, dass ich nicht damit aufhören kann. Ich habe Angst etwas zu verpassen. Angst, die Arbeit einfach hinzuschmeißen. Angst, falsche Entscheidungen zu treffen. Ich fühle Druck und Erwartungen an mich, die ich erfüllen möchte. Druck, den ich mir selbst von der Masse auferlege.

Diese schlechten Momente gehen vorüber. Ich rappel mich auf und mache weiter wie zuvor. Denn auch, wenn ich dieses Verhalten oft hinterfrage, heißt es nicht, dass ich es verachte. Im Gegenteil. Ich glaube, ich habe einfach großen Respekt vor der Macht, die Social Media heutzutage hat.

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6 Comments
  • Theresa
    Posted at 20:43h, 31 Januar Antworten

    Du machst das toll!!!! Und schau mal zurück dann weißt du wieder was du schon alles erreicht hast! Du kannst stolz auf dich sein! :*

    • Tamina
      Posted at 21:00h, 31 Januar Antworten

      ach, du bist so lieb, maus :-* danke!

  • zsofia
    Posted at 21:14h, 31 Januar Antworten

    Welche waren Worte, wirklich schön geschrieben! Schön so einen ehrlichen Post auf einem Blog zu lesen. Das macht dich aus und besonders!

    • Tamina
      Posted at 22:02h, 31 Januar Antworten

      Danke, Süße :-* das bedeutet mir echt viel.

  • Marcus Graf
    Posted at 18:54h, 05 Februar Antworten

    Schöner Artikel, ist in der FitnessSzene nicht anders und trotzdem macht es spass und ist motivierend ohne ende. Also am Ball bleiben und Social Media Social Media sein lassen 😉

    • Tamina
      Posted at 11:55h, 10 Februar Antworten

      Danke! Ja mein Freund arbeitet auch in der Fitness-Industry. Er eröffnet jetzt im März eine Crossfit-Box, die auch die offizielle Box von Reebok wird und Eleiko ist auch ein großer Sponsor. Da liegt auch eine Menge Druck hinter, auch einer der besten Coaches zu werden.

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