Die Sache mit der Privatsphäre und der Öffentlichkeit

Ich sitze also zu Hause. Bevor ich los muss, um meinen Freund zu treffen, möchte ich noch schnell meinen Blogpost fertig schreiben und veröffentlichen. Gesagt getan. Der Artikel ist online.

Um meinen Blog mehr Persönlichkeit zu geben, habe ich mir vorgenommen, hin und wieder einen persönlichen Post zu verfassen. Mein erster Versuch, ging direkt schief. Ich hatte etwas zu meinem Leben in den Niederlanden geschrieben und meiner Beziehung mit meinem Freund. Anscheinend klang er zu negativ bzw. haben einige Leute sich nur auf den falschen Wörtern festgehalten. Ich schaue mir den Beitrag noch mal an und muss ihnen recht geben. Irgendwie habe ich’s geschafft, den Text etwas trauriger klingen zu lassen, als ich wollte.

Eine Stunde nach der Veröffentlichung, hatte ich mich auch schon dazu entschlossen, ihn offline zu nehmen. Einfach, weil ich den Leuten kein falsches Bild von meinem Leben hier geben wollte. Das wäre meiner neuen Heimat und meinem Freund gegenüber nicht fair. Natürlich gibt es Höhen und Tiefen und manchmal denke ich, was soll das Ganze eigentlich? Aber seien wir doch mal fair: ich bin von Deutschland in die Niederlande gezogen. Ich lebe hier jetzt seit weniger als 2 Jahren. Ich spreche die Sprache nur mäßig und arbeite viel, weswegen ich meine Freunde und Familie nicht jeden Monat besuchen kann. Ich habe hier viele Freunde gefunden, aber an die Erinnerungen mit meinen Liebsten auf Deutschland kommt das natürlich noch nicht ran. Aber sowas brauch Zeit. Meine Freunde in Deutschland kenne ich seit 5 bis 12 Jahren. Zu 80 % bin ich super happy hier und die anderen 20 % sind dann halt mal schlecht. In Hamburg wäre ich auch nicht 24/7 glücklich.

Das ist halt die Sache mit der Privatsphäre und der Öffentlichkeit. Wenn man sich seinen Lesern gegenüber öffnen möchte, wird jedes Wort auf die Goldwaage gelegt und die Interpretation kann auch schon mal nach hinten losgehen. Man muss sich 10-mal überlegen, wie dieser eine Satz klingt, damit auch die richtige Message weitergegeben wird. Manchmal vergesse ich, wie viele Leute meine Beiträge eigentlich lesen. Und natürlich kommen dann ja nur Reaktionen, weil sich Leute kümmern und das ist auch total lieb. Ich muss nur aufpassen, dass der Text in Zukunft auch wirklich das widerspiegelt, was ich erzählen wollte.

Wer also, den Post gesehen hatte und sich wunderte, dass er kurzerhand wieder verschwand, dann wisst ihr jetzt warum. Und vielleicht ruft ihr euch meinen Post einmal zur Erinnerung, wenn ihr beschließt, etwas persönlicher zu werden.

Tamina

Einmal Hamburger, immer Hamburger :-) Auch wenn ich immer mal wieder für eine Weile im Ausland verschwinde, führt mein Herz mich doch immer wieder zurück in meine deutsche HafenCity. Von hier aus blogge ich über Mode, das Leben und CrossFit.

2 Comments

  • Reply April 28, 2015

    Joana

    Ich denke ganz genau kannman solche privaten Dinge eigentlich fremden Leuten nie darstellen, da sie ja die genauen Umstände nicht gut genug kennen!:) regt zum Nachdenken an dein Post!

    Liebe Grüße
    Joana <3
    TheBlondeLion – Fashion, Travel, Lifestyle

  • Reply April 29, 2015

    Jenny

    Ich glaube, je mehr man darüber nachdenkt desto verzwickter wird es und man hat irgendwann gar keine Lust mehr über Privates zu schreiben.
    Ich schreibe recht viel Privates, über mich, mein Leben, meine Empfindungen und meine Gedanken…aber es wird nie zu privat, dass ich mich extrem angreifbar machen würde.

    LG Jenny

Leave a Reply